Begleitung durch Menschen, die es selbst kennen.
Es gibt Momente, in denen man nicht noch mehr Erklärungen braucht.
Man braucht jemanden, der zuhört. Jemanden, der nicht erschrickt. Jemanden, der versteht, dass eine psychische Krise nicht einfach ein «schwieriger Moment» ist, sondern etwas, das den Boden unter den Füssen verändern kann.
Unsere Peers sind Menschen, die selbst psychische Erschütterungen, Krisen oder schwere Lebensphasen erlebt haben. Sie kennen diese inneren Brüche in einer eigenen Form. Sie wissen, wie es sein kann, wenn Orientierung fehlt, wenn Vertrauen schwerfällt oder wenn der Alltag plötzlich nicht mehr selbstverständlich ist.
Und sie wissen auch: Es kann wieder anders werden.
Nicht sofort. Nicht einfach. Nicht immer geradeaus.
Aber Schritt für Schritt.
Peers haben ihre Erfahrungen nicht einfach hinter sich gelassen. Vielmehr haben sie Wege gefunden, mit dem Erlebten umzugehen, daran zu wachsen und daraus etwas entstehen zu lassen, das heute anderen Menschen Halt geben kann.
Peer-Begleitung lebt von gelebter Erfahrung.
Das bedeutet nicht, dass zwei Menschen dasselbe erlebt haben müssen. Es bedeutet auch nicht, dass Peers fertige Antworten geben.
Es bedeutet, dass da jemand ist, der weiss, wie verletzlich ein Mensch in einer psychischen Krise sein kann. Jemand, der Scham, Unsicherheit, Rückzug oder Hoffnungslosigkeit nicht nur aus Büchern kennt.
Manchmal öffnet genau das einen Raum.
Einen Raum, in dem nicht alles sofort erklärt werden muss. Einen Raum, in dem auch Stille Platz haben darf. Einen Raum, in dem wieder etwas Vertrauen entstehen kann.
Peer-Begleitung ist kein Ersatz für psychiatrische Fachpflege. Sie ist eine Ergänzung.
Unser Fachteam begleitet mit psychiatrischem Wissen, Erfahrung und fachlicher Verantwortung. Peers bringen eine zusätzliche Perspektive ein: die Perspektive eines Menschen, der selbst durch schwere innere Zeiten gegangen ist und daraus Orientierung gewonnen hat.
Beides gehört nicht in Konkurrenz zueinander.
Es ergänzt sich.
Denn psychische Begleitung braucht Fachlichkeit. Und sie braucht Beziehung. Manchmal braucht sie auch jemanden, der durch seine eigene Erfahrung zeigen kann: Ich weiss nicht genau, wie es bei Ihnen ist. Aber ich weiss, dass solche Wege schwer sein können. Und dass Veränderung möglich bleibt.
Peer-Begleitung kann hilfreich sein, wenn ein Mensch sich allein fühlt mit dem, was er erlebt. Wenn Hoffnung weit weg scheint. Wenn Vertrauen in Hilfe schwerfällt. Oder wenn die bisherigen Worte nicht ausreichen, um zu beschreiben, was innerlich passiert.
Peers können Mut machen, ohne zu drängen.
Sie können zuhören, ohne vorschnell zu bewerten.
Sie können begleiten, ohne etwas schönzureden.
Das ist manchmal sehr wertvoll. Gerade in Zeiten, in denen ein Mensch sich selbst kaum noch halten kann.
Wir achten darauf, dass Peer-Begleitung immer respektvoll und sorgfältig bleibt.
Die eigene Erfahrung der Peers steht nicht im Mittelpunkt. Im Mittelpunkt steht der Mensch, der begleitet wird. Seine Situation. Sein Tempo. Seine Würde.
Es geht nicht darum, Geschichten zu vergleichen. Es geht nicht darum, zu sagen: «Ich habe das geschafft, also schaffen Sie das auch.»
So einfach ist es nicht.
Es geht darum, da zu sein. Mit Erfahrung. Mit Geduld. Mit einem Verständnis, das manchmal ohne viele Worte auskommt.
Jirka Farren Fey (Pronomen: es/ihm)
Wir heissen Jirka, sind queer und viele — das bedeutet, wir leben mit vielen Innenpersonen im selben Kopf.
Als Peer arbeiten wir mit unserer eigenen Betroffenheit, unserer Lebenserfahrung — genauso wie mit den Erfahrungen unserer Peer-Kolleg*innen, unserer Nächsten und Angehörigen, den Teilnehmenden unserer Selbsthilfegruppen und unserer Klient*innen.
Wir wissen, wie es ist, einen lebenslangen, andauernden Kampf zu führen. Von einer Krise in die nächste zu stolpern und weitermachen zu müssen, obwohl man schon lange nicht mehr kann. Und wir wissen auch, wie es ist, langsam Fortschritte zu erzielen: Beziehungen erstmals mehr nach den eigenen Wünschen gestalten zu können, überzogene Leistungsmuster Stück für Stück abzubauen — und Schritt für Schritt ein für uns lebenswertes Leben aufzubauen.
Wir hören zu, erzählen von uns, bieten Verständnis und einen schamfreien Raum für Emotionen, Lebenssituationen und Überforderungen. Unsere Grundhaltung: Es gibt keinen richtigen Weg, Genesung zu gestalten — nur den eigenen. Wir unterstützen dabei, diesen zu finden, zu formen und zu gehen.
Schwerpunkte: Dissoziative Identitätsstruktur, komplexe Traumafolgebelastung (insbesondere durch Kindheits- und Bindungstrauma), Queerness (insbesondere Transidentität, Non-Binarität, AroAce-Spektrum), akute Krisenbegleitung und Unterstützung bei Konflikten mit Hilfspersonen. Als Angehörige bringen wir auch Erfahrungen zu Neurodiversität mit — insbesondere zum Autismusspektrum.
Wenn Sie sich für Peer-Begleitung interessieren oder unsicher sind, ob diese Form der Unterstützung passend sein könnte, dürfen Sie sich gerne bei uns melden.
Wir schauen gemeinsam, was in Ihrer Situation hilfreich ist.